Oft wird ONG mit dem bekannteren OM gleichgesetzt oder als Variante davon verstanden. Tatsächlich sind beide Klänge verwandt – doch ihre Wirkung und Ausrichtung unterscheiden sich deutlich.
om
OM ist der kosmische Urklang der Stille und gilt als der ursprünglichste Laut des Universums. Er steht für reines Sein, zeitlose Präsenz, tiefe Stille und Meditation
Beim Chanten von OM richtet sich die Aufmerksamkeit nach innen und nach oben – weg von Form, Bewegung und Handlung.
OM führt in einen Zustand von Weite, Leere und Beobachtung.
ong
ONG hingegen ist die aktive, schöpferische Dimension dieses Urklangs. Im Kundalini Yoga wird bewusst ONG (nicht OM) verwendet, da es:
das Bewusstsein mit Handlung und Verkörperung verbindet und Energie nicht nur beruhigt, sondern auch in den Fluss bringt.
Das hörbare „NG“ am Ende von ONG ist dabei entscheidend: Es lässt die Schwingung im Schädelraum und im Nervensystem zirkulieren und aktiviert gezielt Wahrnehmung und Präsenz.
Das ONG wirkt somit körperlich erdend.
Deshalb beginnt eine Kundalini-Yoga-Praxis mit ONG NAMO GURU DEV NAMO:
Eben nicht mit der Absicht sich aus der Welt zurückzuziehen – sondern um bewusst, geführt und verbunden in sie einzutreten!
essenz der unterscheidung
OM erinnert uns daran, wer wir sind.
ONG erinnert uns daran, dass wir hier sind, um zu wirken.
Beide Klänge haben ihre Berechtigung – doch ONG lädt uns ein, Spiritualität nicht nur zu erfahren, sondern zu leben.
om
still, kontemplativ
Rückzug ins Sein
Meditation in Stille
Transzendenz
ong
aktivierend, ausrichtend
Verbindung von Sein und Tun
Vorbereitung auf Praxis
Verkörperte Spiritualität
